
Fantasy · Band 1
Das Erwachen des Herzens
Manche Türen haben keine Klinke. Manche öffnen sich nur mit einem Tropfen Blut.
Im Schrebergarten ihres Großvaters wuchert eine Brombeerhecke, die niemand zurückschneiden kann. Die Vögel meiden sie, und Opa Karl weicht jeder Frage nach ihr aus. Als die dreizehnjährige Emma sich an einem Dorn sticht, öffnet sich zwischen den Ranken ein goldenes Tor.
Dahinter liegt Elaria: ein sterbendes Königreich aus silbernen Wäldern und schwebenden Türmen. Seit tausend Jahren wartet dort ein kleiner Igel namens Borstel auf die Rückkehr der Brombeerprinzessin. Er ist sich sicher, dass Emma die Richtige ist.
Gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Anton, Borstel und einem geheimnisvollen silbernen Fuchs folgt Emma dem Königsweg nach Schloss Bromhain. Dort lernt sie, dass die gefährlichsten Dornen aus Erinnerungen wachsen und dass der gefürchtete Dornenkönig einmal jemandes bester Freund war.
Doch jede Stunde in Elaria hat ihren Preis. Und das größte Geheimnis wartet nicht hinter der Hecke, sondern davor.
von Björn Richter · empfohlen ab 10 Jahren
Die Gefährten
Dreizehn, mit Augen so grün wie Brombeerblätter nach dem Regen. Sie will alles retten – und muss lernen, dass man nicht alles allein tragen kann.
Emmas achtjähriger Bruder. Redet wenig, sieht alles – und lässt seine Schwester keinen Schritt allein gehen.
Hüter vergessener Wege, mürrisch, ständig hungrig und seit tausend Jahren im Wartestand. Nur nicht „Igel“ nennen.
Ein silberner Fuchs mit violetten Augen, der in Gedanken spricht und Fragen am liebsten mit neuen Fragen beantwortet.

Die Welt
Silberbuchen, die sich an jeden Schritt erinnern. Pilze mit schlechter Laune. Ein Schloss, das aus dem Berg gewachsen ist – und ein Grau, das sich langsam durch den Wald frisst.
„Wenn ein Versprechen aus Liebe gegeben wird, entscheidet nicht die Zeit darüber, wie lange es hält.“
– Elyra
Im Buch: zwei farbige Karten von Elaria und zahlreiche ganzseitige Illustrationen.
Leseprobe
Die Nacht in Elaria roch nach feuchter Erde, verbranntem Sternenstaub und der bleiernen Stille eines Abschieds, der niemals hätte stattfinden dürfen.
Prinzessin Elyra kniete im tiefen Moos des alten Schlossgartens. Ihre Hände waren tief in die dunkle, wärmende Erde des Weltenbaums gegraben. Ihre silberne Krone aus lebendigen Brombeerranken war zerkratzt, und von ihren Wangen hatten heiße Tränen tiefe Spuren in den Schmutz gezogen. Sie weinte nicht aus Angst vor der Finsternis, sondern weil die Zeit unerbittlich abgelaufen war.
Plötzlich raschelte das Unterholz. Ein kleiner, kugelrunder Igel schob sich zitternd aus dem Farn. Seine Stacheln standen kreuz und quer, und in seinen winzigen Augen spiegelte sich pure Panik. Es war Borstel.
„Borstel“, flüsterte sie. „Ich habe eine Aufgabe für dich. Die wichtigste deines Lebens.“
… weiter geht es im Buch.
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